SPUREN. ORTE. ZEITEN.
Die Geschichte der Weimarer Mal- und Zeichenschule ist untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden. Seit ihrer Gründung als Freie Zeichenschule im Jahr 1776 hat sie zahlreiche Generationen künstlerisch begleitet, Talente gefördert und den Zugang zu Kunst und Gestaltung für Menschen unterschiedlichster Herkunft eröffnet. Über 250 Jahre hinweg entwickelt sie sich durch wechselnde politische und gesellschaftliche Epochen stets weiter – von der aufklärerischen Bildungsinitiative des Herzogtums über ihre Neugründung in der DDR bis zur heutigen Kunstschule.
An den folgenden, durch temporäre Markierung hervorgehobenen Standorten, wurde gelehrt, gelernt, ausgestellt und künstlerisch gearbeitet. Sie erzählen von Wachstum, Wandel und Kontinuität – und von einer Bildungsidee, die bis heute Bestand hat: Kunst als Raum für Kreativität, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftliche Teilhabe. Die historischen Orte laden dazu ein, die Entwicklung der ältesten kontinuierlich in ihrer Tradition fortbestehenden Mal- und Zeichenschule ihrer Art in Deutschland nachzuvollziehen und 250 Jahre Kunst und Bildungsgeschichte im Herzen Weimers zu entdecken.


Die Standorte seit 1776
1. FÜRSTENHAUS
· von 1776 bis 1781
· heute Platz der Demokratie und Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar

Gründung der Freien Zeichenschule – Beginn einer öffentlichen Bildungsinitiative für Kunst, Handwerk und Bürgerschaft
Der Weimarer Unternehmer Friedrich Justin Bertuch legte 1774 Herzogin Anna Amalia den »Entwurf einer mit wenigen Kosten zu errichtenden freyen Zeichenschule« vor. Bereits 1776 gründete Herzog Carl August die Fürstliche Freie Zeichenschule im Weimarer Fürstenhaus. Finanziert vom Herzog und von Goethe gefördert, zog die neu geschaffene Einrichtung in das Fürstenhaus, wo ein eigenes Zimmer für Gesellschaftszeichnen eingerichtet wurde, ausgestattet mit »einem Zirkel von zwölf Stühlen« (Bertuch, 1776). Zunächst für Hofangehörige, bald auch für ein bürgerliches Publikum geöffnet, stand der kostenfreie Unterricht allen, unabhängig von Geschlecht oder sozialer Herkunft, offen und wurde daher insbesondere von Handwerkern genutzt. Ziel war, durch die Förderung gestalterischer Fähigkeiten die Qualität lokaler Produkte zu steigern, um Importe zu ersetzen und den Wohlstand Weimars zu stärken. Zugleich diente der Unterricht der Ergänzung der schulischen Bildung junger Menschen und der frühen Talentförderung. Erster Direktor wurde Georg Melchior Kraus; zum Lehrpersonal gehörten u.a. Martin Klauer und Konrad Horny. Der Unterricht war – wie heute – in Sommer- und Wintersemester gegliedert und umfasste Zeichnen, Malerei, Geometrie und Architektur, Arbeiten nach Gips und lebendem Modell sowie Vorlesungen. Ab 1779 wurden jährlich Ausstellungen und Wettbewerbe veranstaltet, bei denen der Herzog selbst die Preise verlieh.
2. ROTES SCHLOSS
· von 1781 bis 1807
· heute am Markt und Teil der Klassik Stiftung Weimar

Wachstum und Öffnung – Kunstunterricht als Motor für Handwerk, Talentförderung und gesellschaftliche Teilhabe
Ab 1781 zog die Zeichenschule aus dem Fürstenhaus in das Rote Schloss und öffnete sich damit gezielt für Handwerk, Gewerbe und Bürgerschaft. In drei dezent gestalteten, auf Konzentration ausgerichteten Sälen entwickelte sich ein kreativer Ort, an dem Jung und Alt, Adel und Bürgertum gemeinsam lernten. Der Unterricht begann ab 12 Jahren, fand geschlechtergetrennt statt und einmal jährlich wurden neue Schüler:innen aufgenommen. Inhaltlich verband die Ausbildung künstlerische Praxis mit anwendungsbezogenen Fächern wie Ornamentik, Baulehre, Mathematik sowie Kupferstich- und Altertumskunde. Auch Goethe wirkte mit, etwa durch anatomische Vorlesungen.
Die Schule galt bald als vorbildlich und fand überregional Beachtung; selbst die Königlich Preußische Akademie der Künste zeigte Interesse an Bertuchs Konzept. Mit fast 200 Schüler:innen im Jahr 1786 und der Gründung weiterer Standorte in Eisenach, Erfurt, Gotha und Rudolstadt wuchs ihr Einfluss stetig. Bei den jährlichen Ausstellungen im Hoftheater wurden die Arbeiten der Öffentlichkeit präsentiert.
Viele bekannte Persönlichkeiten des damaligen Weimar waren in den Schülerlisten vertreten: neben Goethe und seinem Enkel Wolfgang, Charlotte von Stein und ihrem Sohn Fritz auch die Schauspielerinnen Corona Schröter und Caroline Jagemann. Später besuchten u.a. auch Franz Horny, Friedrich Preller, Julie von Egloffstein, Bertuchs Kinder Charlotte und Carl und die Brüder Gottfried und August Herder die Schule. Darüber hinaus waren die Schüler:innen vor allem Lehrlinge aus Handwerk und Gewerbe. Einzelne Absolventinnen wie Marie Caroline Bardua oder Luise Seidler entwickelten sich zu erfolgreichen Künstler:innen. Nach dem Tod des Direktors G. M. Kraus 1806 übernahm Goethes Freund Johann Heinrich Meyer die Leitung. Die steigenden Schülerzahlen führten bald zum Umzug in neue Räumlichkeiten: an die Esplanade und erneut ins Fürstenhaus.
3. erneut FÜRSTENHAUS
· von 1807 bis 1816
· heute Platz der Demokratie und Hochschule für Musik »Franz Liszt« · von 1807 bis 1816

Professionalisierung der Schule – Unterricht, Verwaltung und Kunstsammlung wachsen zu einer Institution zusammen
Aufgrund des großen Andrangs und der Platzknappheit – 1807 verdoppelten sich die Anmeldungen auf über 300 – wurde die Zeichenschule 1808 aus dem Roten Schloss zurück in das Fürstenhaus verlegt. Da die herzogliche Familie dort seit 1803 nicht mehr residierte, konnten unter Goethes Aufsicht neue Zeichenräume sowie eine Direktorenwohnung eingerichtet werden. Erstmals entstand in dieser Zeit eine enge Verbindung von Unterricht, Verwaltung und Sammlung.
Das Fürstenhaus diente vor allem dem Unterricht Fortgeschrittener, während Anfängerklassen später in Räume an der Esplanade ausgelagert wurden. Fortgeschrittene Schüler:innen arbeiteten – im Gegensatz zu den Anfänger:innen mit »tüchtigen Pinseln, brauchbaren Bleistiften und gutem Papier« (Meyer/ Bertuch, 1807), doch oft blieben die Mittel begrenzt. Trotz räumlicher Erweiterung stieß die Schule bald erneut an ihre Grenzen: Um 1808/09 waren es bereits rund 400 Schüler:innen. Goethe kritisierte die Überfüllung und forderte eine stärkere Auswahl nach Begabung, während Herzog Carl August hingegen am offenen, kostenfreien Zugang festhielt, wie es der Gründer Bertuch vorgesehen hatte.
Mit der zunehmenden Institutionalisierung durch Goethe und Meyer wurden ab 1809 auch ein geordnetes Archiv und eine Dauerausstellung geplant. Zudem mussten Schüler:innen fortan ihre Ausbildungsziele angeben, in Richtung Kunst, Handwerk, Geschmacksbildung oder Stickerei. Zu den Lehrenden dieser Zeit zählten unter anderem Ferdinand Jagemann, Carl Wilhelm Lieber und Joseph Schmeller.
4. ESPLANADE
· von 1816 bis ca. 1930
· heute Schillerstraße in der Nähe des Schillerhauses

Differenzierter Unterricht – Anfängerförderung als Grundlage für künstlerische Entwicklung
Mit steigenden Schülerzahlen wurden ab 1816 die Unterrichtsorte neu organisiert, um den Betrieb zu entlasten und den jeweiligen Leistungsstand der Einzelnen angemessen zu fördern. Die Grund- und Anfängerklassen wurden in die Räume an der Esplanade ausgelagert, während Fortgeschrittene parallel im Großen Jägerhaus unterrichtet wurden. Diese Aufteilung ermöglichte eine stärkere Differenzierung nach Kenntnisstand und eine gezieltere Förderung.
In den Anfängerklassen lag der Fokus auf grundlegenden zeichnerischen Fähigkeiten wie Freihandzeichnen und praktischen Übungen, die weiterhin für alle Gesellschaftsschichten, darunter auch wieder gewerbliche Schüler:innen, zugänglich waren. Geübt wurde von den Zeichenanfänger:innen auf Schiefertafeln mit Griffel zum »Auslöschen, Verbessern und Wiederholen« (Meyer/Bertuch 1807).
Die sogenannte erste Klasse wurde von Johann Heinrich Meyer geleitet. Zu den erfolgreichen Schüler:innen aus dieser Zeit zählte Julie von und zu Egloffstein (1792–1869), die bereits früh Anerkennung für ihre Kunst bekam und später mit Unterstützung Goethes in Rom studierte.
5. GROSSES JÄGERHAUS
· von 1816 bis 1930
· heute Marienstraße 5/7 und Teil der Bauhaus-Universität Weimar


Ausbau und Reformen – Die Zeichenschule entwickelt sich zum Bildungs- und Sammlungszentrum
Im Jahr 1816 bezog die nun Großherzogliche freie Zeichenschule das Große Jägerhaus, das ab dann Unterricht und ab 1824/25 auch die Großherzogliche Kunstsammlung unter Aufsicht der Künstlerin Luise Seidler beherbergte. Mit der Erhebung zum Großherzogtum kamen Reformen, die die anhaltenden Probleme von Überfüllung und Disziplinlosigkeit in der Schule beheben sollten. Unter Direktor Johann Heinrich Meyer wurde ein gestuftes Klassensystem mit Eignungsprüfungen eingeführt: grundlegende Zeichenübungen mit Griffel für die Anfänger, Darstellungen von Licht und Schatten in Tusche bei den Fortgeschrittenen und Aquarellmalerei für die 1. Klasse, dem höchsten Niveau.
Durch Umbaumaßnahmen konnten die Kapazitäten erweitert werden, etwa durch die Vergrößerung des Hauptsaals und die Einrichtung eines lichtdurchfluteten Ateliers. Zudem bot die Schule Zeichenmaterialien zum Kauf an, um sie finanziell zu entlasten. Ab 1832 unterstützte Großfürstin Maria Pawlowna die Aufrechterhaltung der Einrichtung.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wechselte die Leitung mehrfach, unter anderem hatten Ludwig von Schorn, Adolph Schöll und Christian Schuchardt dieses Amt inne, während zahlreiche Künstler:innen und Lehrende, wie Friedrich Preller, die Schule prägten. Seit 1925 bestand sie als »Staatliche Zeichenschule«, bevor sie trotz ihrer langen Tradition 1930 aufgelöst wurde.

Zäsur 1930 bis 1972
6. HOCHSCHULE FÜR ARCHITEKTUR UND BAUWESEN
· von 1972 bis 1976
· heute Geschwister-Scholl-Straße und Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar

Neugründung nach Jahrzehnten – Wiederbelebung der Malschule als Ort kreativer Förderung in der DDR
Im Jahr 1972 wurde die Malschule für Kinder und Jugendliche durch das Kabinett für Kulturarbeit der Stadt Weimar neu gegründet. Initiiert wurde dies von Künstler:innen und Kunstpädagog:innen wie Horst Hausotte, Horst Jährling, Ilse Eulitz, Ilsabé Schultze-Kaim und Helmut Ohme, die ein Konzept für den ästhetischen Inhalt und den methodischen Aufbau der Schule entwickelten. Zwei zusammengelegte Zeichenzirkel, aus denen die erste Malschulgeneration hervorging, bildeten die Grundlage für den wiederauflebenden Kursbetrieb. Der Unterricht fand zunächst in Räumen der Hochschule für Architektur und Bauwesen statt.
Die Malschule nahm in der Struktur des Kulturkabinetts eine besondere Stellung ein, weil ihr Fokus auf Kindern und Jugendlichen lag. Die Teilnehmenden waren zwischen 5 und 20 Jahren alt, und das Kurssystem war aufeinander aufbauend strukturiert, um eine kontinuierliche Ausbildung und Begabtenförderung zu ermöglichen. Schon 1973 wurden erste Arbeiten öffentlich ausgestellt. Professionelle Künstler:innen sicherten als Lehrende die Qualität der in den Kursen entstandenen Werke. Sie waren in der Gestaltung ihres Unterrichts verhältnismäßig frei, eine Besonderheit im reglementierten Bildungswesen der DDR. In den folgenden Jahren unterrichteten zahlreiche namhafte Künstler:innen aus Weimar und Erfurt, und aus vielen talentierten Schüler:innen wurden später Kunstschaffende.
7. MUSIKSCHULE
· von 1976 bis 1990
· Karl-Liebknecht-Straße/Goetheplatz

Etablierung in der DDR – Künstlerische Bildung zwischen individueller Förderung und öffentlicher Präsenz
Ab 1976 bezog die Malschule eigene Räume im Anbau der Musikschule, die gleichzeitig Sitz des Kulturkabinetts war. Wie im regulären Schuljahr begannen auch hier die Kurse jeweils im September. Durch Pressearbeit und die Verbreitung von Informationen durch die Dozierenden gewann die Malschule viele neue Teilnehmer:innen. Die Gebühren waren mit 15 Mark für Kinder und 30 Mark für Erwachsene bewusst niedrig gehalten. Es gab eine dreimonatige Probezeit und einen auf Einschätzung der Lehrenden basierende Wechsel in höhere Kursstufen, um eine flexible Förderung zu ermöglichen.
Im Unterricht wurden verschiedene künstlerische Techniken vermittelt, wobei nicht nur Begabung im Vordergrund stand: »Einfach Machen ist wichtig, nicht das Ziel« (Dozent Horst Jährling). Regelmäßige Ausstellungen im Stadtmuseum, im Kabinett am Goetheplatz, im Volkshaus, in der Weimarhalle, im Kinderkrankenhaus und im Kulturkabinett haben die Ergebnisse öffentlich gezeigt. Trotz wechselnder Lehrkräfte in diesen Jahren blieb die Malschule ein fester Bestandteil der Kunst- und Kulturszene der Stadt.
8. REITHAUS im Park an der Ilm
· von 1991 bis 1995
· damals Schülerfreizeitzentrum, heute Teil der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar

Neuanfang nach der Wiedervereinigung – Vereinsgründung und Aufbau einer eigenständigen Kunstschule
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 war die Zukunft der Malschule erst einmal ungewiss: Das Kabinett für Kulturarbeit wurde aufgelöst, das kulturelle Leben Weimars musste neu strukturiert werden. Am 7. Dezember 1991 wurde die traditionsreiche Mal- und Zeichenschule als gemeinnütziger Verein – mit großer öffentlicher Resonanz – gegründet. In der Satzung heißt es: »Der Verein (…) führt in zeitgemäßer Form an die Tradition der 1776 gegründeten Freien Zeichenschule in Weimar fort«. Initiatorin und erste ehrenamtliche Geschäftsführerin war Ilsabé Schultze-Kaim, zuvor Dozentin.
Jedoch fehlten feste Räume, sodass der Unterricht vereinzelt in der Hochschule für Architektur und Bauwesen stattfand. Die Stadt stellte schließlich vier Räume im Schülerfreizeitzentrum im Reithaus zur Verfügung, die von Kindern, Eltern und Lehrenden gemeinsam instand gesetzt wurden. So konnte sich der Kursbetrieb wieder stabil entwickeln: Schon 1992 waren es rund 200 Teilnehmer:innen in 14 Kursen. Das Angebot reichte von Aquarell- und Ölmalerei über Porträt und Grafik bis hin zu Aktzeichnen und Arbeiten mit Ton. Das erste Malschulfest und eine Ausstellung im Stadtmuseum markierten den erfolgreichen Neuanfang 1992.
9. MAL – UND ZEICHENSCHULE WEIMAR
· Seifengasse 14/16
· aktueller Standort seit 1996/1999

Das erste eigene Domizil – Ausbau des Kursangebots und Sicherung der Schule für kommende Generationen
Nach jahrelanger Übergangsnutzung verschiedener Räume konnte die Weimarer Mal- und Zeichenschule 1996 in ihr erstes eigenes Domizil in der Seifengasse 16 ziehen. Das baugeschichtliche Denkmal, in dem sogar Goethe von 1779–1781 wohnte und zeichnete, war damals in schlechtem Zustand und musste mit öffentlichen und privaten Mitteln aufwendig restauriert werden. Die Künstlerin und Pädagogin Gabriele Fecher übernahm die Schulleitung. Die vielen kleinen Arbeitsräume des alten Hauses ermöglichten eine individuelle Betreuung, da sie die Kursteilnehmerzahl auf etwa zehn Personen pro Gruppe begrenzten. Es wurden Kooperationen mit namhaften Künstler:innen als Dozierende aufgebaut und der Schulbetrieb anfänglich auf 27 Kurse erweitert. Im Jahr 1999 kam das Nebenhaus Seifengasse 14 hinzu, in dem u.a. die Grafik- und Radierwerkstatt untergebracht ist. Um die langfristige Sicherung der Einrichtung und die Gewinnung von Stifter:innen zu fördern, wurde 2003 die Bürgerstiftung Weimarer Mal- und Zeichenschule gegründet.
Die Kunsthistorikerin Dr. Dana Fürnberg übernahm 2006 die Leitung. Seitdem wächst das Kurs- und Projektangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene kontinuierlich. Heute besuchen 1.400 Teilnehmer:innen jährlich die Wochenkurse, Workshops und Ferienangebote und 3.000 Schüler:innen die Bildungsprojekte. Derzeit lehren 72 Dozent:innen an der Weimarer Mal- und Zeichenschule.
10. BILDERHAUS
· zusätzlicher aktueller Standort seit 2024
· ehem. Blumenladen am Poseckschen Garten

Raum für neue Perspektiven – Erweiterung der Bildungsarbeit zwischen Kunst, Wissenschaft und gesellschaftlichem Dialog
Im Jahr 2024 hat die Weimarer Mal- und Zeichenschule ihren Standort um eine Außenstelle erweitert, da die Räume in der Seifengasse 14/16 den wachsenden Bedarf an Kursen, Projekten und Kooperationen nicht mehr aufnehmen konnte. Ein ehemaliger Blumenladen mit Wintergarten wurde zum »Bilderhaus« umfunktioniert und wird seitdem als zusätzlicher Kurs- und Ausstellungsraum genutzt. Die Erweiterung schafft nicht nur dringend benötigte Kapazitäten, sondern eröffnet auch neue inhaltliche Möglichkeiten. Durch den zusätzlichen Platz und die Anschaffung eines eigenen Malschul-Autos zu dieser Zeit kann das Unterrichtsangebot ausgebaut werden und sich verstärkt an Kindergärten und Schulen Weimars richten, sowie neue Zielgruppen in ländlichen Regionen erreichen.
Im Mittelpunkt des künstlerisch-pädagogischen Konzepts steht die individuelle Förderung künstlerischer Interessen und kreativer Potenziale. Gleichzeitig versteht die Mal- und Zeichenschule kulturelle Bildung als Ort gesellschaftlicher Begegnung. Das Bilderhaus bietet Raum für interdisziplinäre Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und gesellschaftlichem Dialog, in denen Menschen unterschiedlicher Generationen und Lebenswelten miteinander ins Gespräch kommen. So werden Begegnungen zwischen Stadt und Land ebenso ermöglicht wie zwischen Kunst, Handwerk und Wissenschaft.
soweit der Stand nach 250 Jahren im Jubiläumsjahr 2026